Ehrenamtliches Engagement im Amt Oder-Welse: Wolfgang Säger ist Bürgermeister von Landin

Ehrenamtliches Engagement ist in vielen Bereichen der Gemeinden, Vereine und Initiativen des Amtes Oder-Welse wichtig für den Zusammenhalt der Gemeinschaft. Ohne diesen bürgerschaftlichen Einsatz würde vieles nicht funktionieren und wäre das Leben in dieser Region nicht so vielfältig. Wir stellen Ihnen deshalb Menschen vor, die sich ehrenamtlich engagieren, wie etwa die Bürgermeister der Gemeinden. 

Wolfgang Säger ist Jahrgang 1941, in Groß-Wasserburg, im Kreis Lübben im Spreewald, geboren und in Biesenbrow und Schönermark aufgewachsen. Der gelernte Landmaschinen- und Traktorenschlosser hat in seiner beruflichen Karriere die Meisterschule, die Ingenieurschule für Landtechnik und schließlich die Verwaltungsschule absolviert. Von 1992 bis 2006 war er im Bauamt des Amtes Oder-Welse bis zu seiner Pensionierung tätig. Wolfgang Säger ist seit 1990 Mitglied der SPD, war bereits von 1990 bis 1994 Bürgermeister und ist seit 2008 ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Landin. Er hat den Vorsitz im Gemeindekirchenrat Schönermark, ist verheiratet und hat drei Kinder.

Herr Säger, was gefällt Ihnen an Ihrer Gemeinde am besten?

Sie ist eine sehr aktive Gemeinde: Fußballvereine, Eishockeymannschaft, Garde Landin, Kirchenchor, Chor Landin, Dorfvereine, Feuerwehrverein, Kulturtreff, Anglerverein, Kita Schlumpfhausen, Feuerwehr Landin und Schönermark, zwei Bürgerhäuser. 

Die Gemeinde ist 2001 mit den Ortsteilen Grünow Landin und Schönermark zu Mark Landin  zusammengelegt  worden. Jeder Ortsteil hat seine eigene geschichtliche Vergangenheit und seine selbstbewussten Einwohner. Diese Mischung in den Ortsteilen ist gut. Hat doch jeder Ort einen eigenen Charme vorzuweisen. Mir gefallen an dieser Gemeinde die unterschiedlichen Strukturen in den Ortsteilen, Wohnstandorte, Kleingewerbe, Denkmale, Natur, Seen und eine aktive Bürgerschaft. Das kulturelle Leben wird überwiegend durch die Vereine organisiert, dafür muss man allen Beteiligten Dank sagen.

Was sind die drei Orte, die Besucher dort auf jeden Fall gesehen haben sollten?

Jeder der drei Ortsteile hat seine eigene Eigenart, mit Vor- und Nachteilen. Geprägt durch  Landwirtschaft, Kleingewerbe, Kultur und Sport sowie hervorragenden kulturellen Aktivitäten und mit vielen Sehenswürdigkeiten wie Kirchen, Museum und Denkmale. Sehenswert sind auf jeden Fall das Schloss mit Lenné Park, die Whisky-Destille, der Reiterhof und die pure Natur. Übrigens gut zu erkunden über das Radwegenetz. Die jährlichen Veranstaltungen werden von allen Ortsteilen zusammengefasst und ins Internet gestellt.

Was ist derzeit für Sie als Bürgermeister Ihr wichtigstes Thema?

Für mich gibt es kein spezielles wichtigstes Thema, weil ich alle anfallenden Probleme, ob groß oder klein, als wichtig ansehe. Natürlich sind die Maßnahmen, die mittel- und langfristig realisiert werden sollen, rechtzeitig zu planen – Dorfentwicklungsplanung. Wichtig ist auch das weitere Bestehen des Amtes Oder-Welse zum Erhalt der Eigenständigkeit der Gemeinde Mark Landin  und den anderen Gemeinden im Amt. Die Daseinsvorsorge ist ein wichtiger Aspekt für mich.

Was ist Ihre größte Sorge?

Meine größte Sorge gilt der derzeitigen politische Lage in der Welt. Der Klimawandel und seine Auswirkungen. Um die Gemeinde Mark Landin mache ich mir keine große Sorgen, denn sie wird sich weiterentwickeln und mit Hilfe der Gemeindevertretung, der Vereine, Betriebe und allen Bürgerinnen und Bürgern auch in Zukunft zu einer tollen Gemeinde werden.

Welches sind Ihre wichtigsten Projekte für die nahe Zukunft?

Die wichtigsten Projekte und Maßnahmen werden in der Dorfentwicklungsplanung dargestellt. In den drei Ortsteilen sind vielfältige Maßnahmen notwendig, dazu gehören: Straßenausbau, Straßenbeleuchtung, Buswartehäuschen, Entwässerungsprobleme, Dorfteiche, Obststreuwiesen, Gehwegausbau, Baumpflegearbeiten, Gestaltung Gutshof Landin, Ortsverbindung Landin nach Schönermark. Natürlich immer unter der Beachtung der finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde.

Welche Gründe sprechen dafür in Ihre Gemeinde zu ziehen?

Eine gut funktionierende Verwaltung, Stadtnähe zu Angermünde und Schwedt, kurze Wege zum Arbeitsplatz, eine Kita ist vorhanden, Schulstandort Passow und Pinnow, Kita Passow, Kita Pinnow. Ländliche Idylle, Natur pur, ruhige Wohnlagen, kulturelle Angebote durch die ansässigen Vereine in Zusammenarbeit mit der Gemeinde. Wohnen auf dem Lande ist eine schöne Sache.

Was fehlt noch in Ihrer Gemeinde?

Ja was fehlt noch in unserer Gemeinde – Ich würde mir wünschen, dass sich der vorhandene Zusammenhalt innerhalb der Gemeinde, den Vereinen und zwischen den Ortsteilen vertieft. Gute Ansätze gibt es ja bereits. Bessere Busverbindungen nach Schwedt und Angermünde, für Arzt- und Theaterbesuche, mehr Einkaufsmöglichkeiten und Angebote zur Freizeitgestaltung. Das Zusammenwachsen der Ortsteile durch Verbindungsstraßen und weitere Versorgungseinrichtungen, speziell für ältere Bürgerinnen und Bürger.

Bekommen Sie genug Unterstützung?

Von der Gemeindevertretung und von Amtsdirektor Detlef Krause, den Vereinen und von den Bürgerinnen und Bürgern bekomme ich sehr viel Unterstützung. Die Verwaltung im Amt Oder-Welse unterstützt immer sehr hilfreich, besonders auch die Mitarbeiter des Bauhofs. Unterstützung erhalten wir auch von den Landwirtschaftsbetrieben, den Gewerbetreibenden der Gemeinde und von vielen Handwerkern in der Region.

Was hat Sie am meisten geärgert oder gebremst?

Ich habe nichts gegen Schöneberg, aber die Kampagne gegen Amtsdirektor Krause ärgert mich. Es handelt sich immer nur um persönliche Angriffe auf ihn, dabei geht es um uns alle im Amt. Leider findet sich das so nicht in der regionalen Presse. Die Gründe, die Schöneberg für den Wunsch nach einem Austritt aus dem Amt Oder-Welse nennt, sind für mich nicht nachvollziehbar, es wird dem Amt als Ganzes nur schaden.

Was bringt Ihnen bei Ihrem Ehrenamt als Bürgermeister am meisten Freude?

Dieses Ehrenamt bereitet mir an sich schon große Freude, weil ich es mit Menschen zu tun habe, denen man helfen kann, mit all ihren unterschiedlichen Problemen. Außerdem ist diese Ehrenamt sehr vielfältig und interessant. Jeder Ortsteil hat seine eigenen Probleme, die gelöst werden müssen, das macht dieses Ehrenamt so attraktiv. Es ist nicht immer einfach weil es an vielen Dingen scheitert, wie etwa finanziellen Haushaltsmitteln, Fördermitteln, an Gesetzen und Verordnungen. Auch die Umsetzung ist nicht einfach und schnell zu erreichen, es sind viele Zustimmungen einzuholen und Hindernisse zu überwinden. Aber gerade diese Situationen machen es nun mal so spannend, wenn man versuchen muss entsprechende Lösungen zu finden. Viele menschliche Begegnungen an Geburtstagen und persönliche Gespräche sind für mich sehr wichtig. Auch an den Sprechtagen ist mir daran gelegen, das neben Lob auch Kritik kommt. Ich würde mir wünschen, dass bei Gemeindevertretersitzungen noch konstruktiver diskutiert wird, auch von den Bürgern. 

Was ist dabei Ihr persönliches Motto oder Ihr Vorsatz? 

Ich bin ein positiv denkender Mensch der die Vergangenheit nicht vergessen hat, aber den Blick in die Zukunft richtet. Meine Devise ist, in Verbindung mit der Gemeindevertretung, ohne Vorurteile gegenüber den Ortsteilen eine ehrliche und unparteiische Arbeit für die Bürgerinnen und Bürger und zum Wohle aller zu leisten. Sicherlich gibt es auch Pro und Kontra, das muss sein, denn wir leben in einer Demokratie. Man wird es nicht bei jeder Entscheidung jedem recht machen können. Dabei geht es mir immer um das Gemeinwohl und nicht vorrangig um die persönlichen Wünsche einzelner Bürger. Jedes Anliegen muss geprüft werden, aber was am Ende zählt ist die beste Lösung für alle. Mein Motto dabei: Packen wir es an, es ist viel zu tun!

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