Mark Landin, Ortsteil Grünow

Grünow ist einer von drei Ortsteilen der Gemeinde Mark Landin und liegt zwischen Schönermark und Passow auf einer Anhöhe am Rande des Welsebruchs. Prägend für die Landschaft ist hügeliges Gelände, das hauptsächlich Acker-, Wiesen und Weideflächen umfasst.

Besondere Bekanntheit erhielt Grünow aufgrund der unüblichen Stellung des Kirchturms im Osten – was der Grund für die Bezeichnung des Dorfes als „Verkehrt-Grünow“ ist.

Dorfkirche: Die Kirche des Dorfes liegt im Ortszentrum, unmittelbar anschließend an das Gutsareal und direkt an der Landstraße in Richtung Passow. Zur Kirche gehört auch der noch heute für Bestattungen genutzte Kirchhof. Die Kirche stammt vermutlich aus dem 13. Jh., enthält allerdings auch Baumaterialen aus dem 12. Jh., welche wahrscheinlich bewusst zweitverwendetes Material von früheren Bauten ist. Die Kirche besteht aus einem kurzen, rechteckigen Schiff, dem nach Osten anschließendem Chorturm, einer niedrigen und flachen gerundeten Apsis als Ostschluss und einem Sakristeianbau an der Nordseite. Bei Grabungen wurden an der Südseite des Turms Reste von Fundamenten gefunden, welche darauf hin deuten, dass dort ein Anbau gestanden haben muss. 1675 brannte die Kirche nach einem Blitzeinschlag aus. Die Reparaturen zogen sich bis 1699 hin, der Turmteil wurde erst 1738 wiederhergestellt. Der Haupteingang befindet sich an der Westseite der Kirche, durch den man zuerst in die Winterkirche gelangt. Das Erscheinungsbild des Innern der Kirche ist schlicht – Anfang des 20. Jh. überputzt und eine blau-weiß gehaltene Ausstattung. Die Kirche ist mit einem Altarblock, einer Taufe, einer Kanzel und einer Orgel ausgestattet.

Gutsanlage: Zur Gutsanlage Grünow gehören das Herrenhaus, der Wirtschaftshof und der Gutspark. Die Gutsanlage befindet sich in zentraler Lage des Dorfes, in direkter Nachbarschaft zum Kirchhof. 1690 war die Familie v. Arnim Gutsbesitzer, welche dieses auch zeitweise verpachtete bzw. wiederverkaufsweise veräußerte.

1735 gelangte die Gutsanlage dann in den Besitz der Familie v. Rohr-Lanzen, die vermutlich auch den Bau des Herrenhauses veranlassten. Mitte des 18. Jh. waren verschiedene Familien Eigentümer. 1881 erwarb der bürgerliche Landwirt Herrmann Kühn das Gut und baute anschließend das Herrenhaus um. 1945/46 wurde das Gut enteignet und das zugehörige Land im Zuge der Bodenreform aufgeteilt. Im Zuge der Modernisierung in den 80er Jahren wurde die historische Fassadengliederung beseitigt. Seitdem ist die Hofseite eher schmucklos, abgesehen von der zentralen Eingangsachse und symmetrisch angeordneten Fenstern. Das ehemals gaubenbesetzte Mansarddach wurde ebenfalls vereinfacht. Erhalten blieb die zweiläufige Treppe zum Haupteingang mit einem Portalvorbau über dem Eingang. Darüber befindet sich ein Balkon mit schmiedeeisernen Ziergittern und den Initialen A. K., welche vermutlich für Adele Kühn stehen. Der Innenbereich wurde im Grundriss erhalten. Bewahrt wurden auch zahlreiche Holzbalkendecken, Fenster, Flügeltüren oder auch Stuckrosetten.

Auf dem Gutshof ist von der ehemaligen Bebauung nur noch wenig vorhanden. Es gibt einige Anzeichen dafür, dass die frühere Hofgröße von Stallgebäuden, Rinderstall über eine Scheune reichte.

Der Gutspark liegt nördlich und östliche des Gutshauses und umfasst etwa eine Größe von 4 ha. Der frühere Gutsbesitzer Kühn hat diesen wahrscheinlich um 1881 anlegen lassen. Die Anlage ist im Wesentlichen bewahrt.

Dorfstraße 17a: Das sogenannte Spritzenhaus ist an der südwestlichen Ecke des Kirchhofes aus gespaltenem Feldstein in der 2. Hälfte des 19. Jh. errichtet worden. Das Gebäude wurde als Unterstellmöglichkeit mit Satteldach für die Feuerspritze erbaut. Aufgrund des zentralen Standortes und wegen seines typischen Baumaterials prägt es das dörfliche Dorfbild bis heute.

Dorfstraße 24: Das in Grünow als Hirtenhaus bekannte Bauwerk wurde in der 1. Hälfte des 19. Jh. ursprünglich als Fachwerkbau errichtet. Das bescheidene Wohnhaus im Typ des Doppelstubenhauses dokumentiert die Lebensverhältnisse des Gemeindehirten, der zur untersten sozialen Schicht im Dorfe gehörte.

Dorfstraße 28: Von der Straße etwas zurück gesetzt, über den Stichweg erreichbar, befindet sich ein stattlicher Dreiseitenhof, bestehend aus Wohnhaus, Stall und Scheune. Das Wohnhaus stammt vermutlich aus dem 2. Drittel des 19. Jh. und wurde nach 1990 teilweise modernisiert. Dabei konnten viele ursprüngliche Details erhalten bleiben – wie die hölzerne Eingangslaube, Türen, die Dachkonstruktion oder auch der Mantelschornstein.

(Text und Bilder u.a. aus: „Denkmale in Brandenburg – Landkreis Uckermark“ (Ilona Rohowski), Band 18.1, Stadt Angermünde und Amt Oder-Welse sowie die Orte Criewen und Zützen, Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Wernersche Verlagsgesellschaft, 2016)

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