Mark Landin, Ortsteil Landin

Gutsanlage Hohenlandin: Die damalige Gutsbesitzerin, Amalie Wilhelmine v. Zastrow wollte schon 1792 ein Haus auf dem Gutsgelände bauen. Ob und wo es stand ist allerdings unklar. 1798 ging die gesamte Gutsanlage in das Eigentum der Familie v. Warburg über. Erste strukturelle Erneuerungen wurden vorgenommen, ein Wirtschaftshof und ein Landschaftspark entstanden. Freiherr Wilhelm Georg v. Warburg beauftragte schließlich das 1860/61 erbaute Herrenhaus nebst Orangerie – heute bekannt als das Schloss(ruine) Hohenlandin. Schulden des Freiherrn waren Anlass zum Verkauf der Gutsanlage an die Berliner Unternehmerfamilie Müller, in dessen Besitz diese bis 1946 war. Die Gutsbauten wurden anschließend von der Gemeinde und der LPG genutzt, erst als Unterkunft für Kriegsflüchtlinge, später als Schule. Ende der 70er Jahre führten erhebliche Schäden und die ausbleibenden Reparaturen dazu, dass das Herrenhaus verfiel. Einst vom Wriezener Baumeister Ferdinand Neubart im sog. Tudorstil entworfen, fiel besonders der Haupteingangsbereich mit der Freitreppe, der rundbogigen Eingangstür und der prunkvoll darüber liegende Balkon mit Terrakottaschmuck ins Auge. Noch heute sind die Stützkonsolen in Form von Greifen, die tollen Verzierungen und Teile der Adler mit aufgespannten Flügeln zu erkennen. Die Adler als Wappentiere der Pommerschen Herzöge deuten auf den Vertrag von Landin von 1250, nachdem die Uckermark erstmals als Gesamtregion in brandenburgische Hand übergeht.

Heute ist das Schloss leider nicht mehr begehbar. Die Dächer und Zwischendecken sind eingefallen, von der Orangerie gibt es keine baulichen Reste mehr und viele der Stuckelemente sind zerstört. Trotz Verfall wirkt die Gutsanlage immer noch sehr eindrucksvoll. Die Ruine des zentral gelegenen Herrenhauses ist heute eines der Wahrzeichen des Ortes.

Zum Wirtschaftshof gehörte auch der Speicher, welcher wahrscheinlich noch vor 1818 im Stil der sog. Preußischen Landbaukunst errichtet wurde. Über zwei Etagen erstreckt sich der noch erhaltene Putzbau aus gespaltenem Feldstein und Krüppelwalmdach.

Auch die Brennerei war Teil des strukturell errichteten Wirtschaftshofes. Errichtet wurde diese wahrscheinlich um 1856 als eingeschossiger Bau aus Feldsteinen, mit einem Kesselraum, Wohnräumen für den Brennereimeister und seinen Gehilfen, einem Heizhaus mit Schornstein. Heute ist die Brennerei in Privatbesitz.

Der Pferde- und Ochsenstall, welcher im rechten Winkel zur Brennerei steht, wurde wohl zeitgleich mit der Brennerei errichtet und ähnlich wie diese als Feldsteinmauerwerk ausgeführt.

Gegenüber der Dorfkirche befindet sich der zur Gutsanlage gehörigen Rinderstall, welcher wohl im Auftrag des damaligen Gutsbesitzers Müller um 1871 erbaut wurde. Zur Straßenseite eingeschossig, erstreckt sich das Gebäude aufgrund des Gefälles auf der Hofseite über zwei Etagen. In der unteren Etage befinden sich großräumige Stallungen überdeckt von Böhmischen Kappengewölben auf 48 Granitsäulen. Das obere Geschoss wurde als Stroh- und Futterlager genutzt. Aufgrund der direkten Anbindung an die Straße, konnte diese Etage gut mit Wagen zum Be- und Entladen befahren werden.

Südlich und westlich ist das Herrenhaus vom Gutspark umgeben. Der preußische Hofgartendirektor Peter Joseph Lenné plante und gestaltete um 1820 den damals noch weiter reichenden Park rings um die Gutsanlage.

Dorfkirche Hohenlandin: Diese Dorfkirche befindet sich gegenüber der Gutsanlage auf einem höher gelegenen Kirchhof. Sie entstand im 13 Jh. als Feldsteinquaderbau. Die schlichte Saalkirche besteht aus Schiff und einem Rechteckchor. 1439 wird Hohenlandin erstmal als Kirchdorf erwähnt. Der überwiegende Teil der Ausstattung der Kirche stammt aus der Wiederaufbauzeit 1956/57 – einzig verbliebenes alterliches Ausstattungsstück ist die Glocke von 1480.

Am Hof Niederlandin: Von der einstigen Gutsanlage ist heute leider nur wenig erhalten. Von der Baugeschichte ist wenig bekannt und erforscht. Spuren deuten allerdings auf das frühe 16. Jh. hin. Heute spricht man auch von einem „Alten Schloss“, von dem nur noch der Treppenturm erhalten ist, und von einem „Neuen Schloss“, welches um 1603 für die Familie v. Arnim errichtet wurde. Das „Neue Schloss“ lag etwa 20 m vom Treppenturm des „Alten Schlosses“ entfernt. Südlich befand sich die Hauptfront mit einem Renaissanceportal, in dem das Wappen der Familie v. Arnim und die Jahreszahl 1603 versehen waren. Erzählungen zufolge, soll der Gutshof mit Ställen, einem herrlich verzierten Saal, einem Brauhaus, Viehhaus, Bäumen und Gärten ausgestattet gewesen sein. Das Schloss wurde von der Familie v. Diringshofen übernommen und umgebaut. Nun verzierten auch die Schrift „v. Diringshofen“ und die Jahreszahl „1749“ das Portal. Um 1860/70 wurde von der Familie v. Diringshofen eine markante bauliche Veränderung vorgenommen. Ein viergeschossiger Turm mit Zinnenkranz (stilistisch den Türmen des Herrenhauses Hohenlandin angepasst), eine Brennerei mit Schornstein und ein zweigeschossiger Wohnteil wurden neu errichtet. Zudem ließen sie einen Park nördlich des Schlosses anlegen. 1904 verlegte die Familie ihren Wohnsitz nach Julienwalde und das Schloss wurde in mehrere Wohnungen für Gutsangestellte aufgeteilt. Nach Kriegsende 1945 brannte das Schloss und wurde größtenteils zerstört, die noch erhaltenden Teile zerschlagen und entsorgt. Auf den Grundmauern und den noch brauchbaren Kellerräumen entstand ein Bauernhaus.

Zum Hofareal gehört noch heute der Treppenturm des „Alten Schlosses“ und wurde vermutlich im 16. Jh. errichtet. Unklar ist, wann das „Alte Schloss“ abgetragen worden ist und warum der Treppenturm stehen blieb. Der 13 m hohe, dreigeschossige Rundturm wurde mit einem Durchmesser von 5 Metern aus Backsteinen gemauert. Flachbogige Öffnungen dienten der Beleuchtung des Turmes, das auf ca. 8,5 m abgesetzte wulstartige Gesims könnte etwa der Lage des Traufgesims des „Alten Schlosses“ entsprochen haben. Am Bauwerk sind noch Reste von Außenputz erkennbar. Diese wurde allerdings erst später aufgebracht und mittlerweile wieder abgetragen. Vor 1970 war noch eine Wendeltreppe aus Eichenholz vorhanden, deren Spuren im Mauerwerk ersichtlich sind.

Der Brennerei-Schornstein der um 1860 an der Südseite des Gutshofes errichteten Brennerei ist noch heute mit seinen roten Ziegeln aus der Ferne erkennbar. Das Gebäude wurde später zum Feuerwehrgebäude des Ortes umgebaut.

Im früheren Gutspark befindet sich ein Gebäude aus Feldsteinen – eine Art Grotte – welches wohl als Promenadenziel und Aussichtspunkt 1870/80 errichtet worden ist.

Dorfkirche Niederlandin: Die Kirche mit seinem Kirchhof liegt im Zentrum des Ortskerns. Sie entstand vermutlich Mitte des 13. Jh. als Feldsteinquaderbau mit dreischiffigem Langhaus, einem Rechteckchor in Breite des Mittelschiffs sowie einem Westturm. Störungen im Mauerwerk deuten auf eine bauliche Veränderung hin – ein ehemals dort vorhandener Sakristeianbau. Archäologische Untersuchungen ergaben, dass die beiden Seitenschiffe abgetragen worden sein müssen. Genaue Lage und Größe konnten ermittelt werden – 13,5 m Länge und ca 2,5 m Breite. Von 1690 bis ins frühe 18. Jh. wurde die zerstörte Kirche wiederhergestellt. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wurden die Seitenschiffe abgetragen und andere Änderungen vorgenommen.1699 erhielt die Kirche ein neues Dachwerk und einen Turmaufsatz. Im Inneren kam es zur Verlegung der Kanzel und zur Neugestaltung des Altarbereiches sowie zur Ausmalung des Kirchensaals.
Die Kirche stellt in der Region einen Ausnahmefall dar. Die ursprüngliche basilikale Gestalt repräsentiert einen Bautyp, der in keinem anderen Dorf in der Uckermark vorhanden ist oder war.

(Text u.a. aus: „Denkmale in Brandenburg – Landkreis Uckermark“ (Ilona Rohowski), Band 18.1, Stadt Angermünde und Amt Oder Welse sowie die Orte Criewen und Zützen, Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Wernersche Verlagsgesellschaft, 2016)

(weitere Bilder und Fotografien zur Verfügung gestellt von: Kulturfotograf Jens Wiese)

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