Maskenpflicht und Hygieneregeln, was erwartet Schulen und Kitas nach den Sommerferien und was können Fördervereine beitragen? Dazu ein Interview mit Aaron Schmidt vom Landesverband der Kita- und Schulfördervereine Berlin-Brandenburg e.V.

Herr Schmidt, was erwarten Sie für den Start in Kitas und Schulen, können Betreuung und Unterricht mit den neuen Regeln funktionieren?

Wir hoffen wie alle anderen auch, dass die Infektionszahlen weiterhin nur langsam steigen bzw. im besten Fall wieder abnehmen. Mit dem Blick auf die aktuellen Fallzahlen in Brandenburg gehe ich davon aus, dass sowohl die Betreuung als auch der Unterricht mit den neuen Corona-Regeln funktionieren wird – zumindest für die Kitakinder und Schüler*innen, die nicht zur Risikogruppe zählen.

Welche Rolle haben die Kita- und Schulfördervereine in diesen besonderen Zeiten und was können sie beitragen?

Kita- und Schulfördervereine haben in Zeiten von Corona eine ganz besondere Rolle: Sie machen sich für die Teilhabechancen von jungen Menschen stark, die zum Beispiel von Zuhause aus weniger Unterstützung, finanzielle Ressourcen oder Förderung erhalten als andere. Das merken wir zum Beispiel bei den Anfragen zu unserer unbürokratischen Projektförderung Chancenpatenschaften. In Zeiten von Corona planen Fördervereine beispielsweise digitale Lese- oder Lernpatenschaften und Freizeitaktivitäten für Tandems, die auch mit ausreichendem Abstand gut funktionieren.

Sie gehen als Landesverband in die Offensive und wollen den Kita- und Schulfördervereinen bei der Mitgliedersuche helfen. Gibt es inzwischen zu wenig Interesse an diesem ehrenamtlichen Engagement?

Zu wenig Interesse würde ich nicht sagen. Eltern, junge Menschen und Firmen aus der Umgebung des Bildungsstandorts haben oft nicht auf dem Schirm, wie sie Fördervereine unterstützen können. Neben Zeitspenden ist eine Unterstützung zum Beispiel auch durch Sach- oder Geldspenden möglich. Generell ist das Thema Spenden für Bildung noch nicht im Bewusstsein vieler angekommen. Dafür setzen wir uns als Landesverband gemeinsam mit der spendenfinanzierten Stiftung Bildung ein.
Prinzipiell sollte ehrenamtliches Engagement Spaß machen. Da es bei Fördervereinen ganz unterschiedliche Dinge zu tun gibt, vom Kuchenbacken für das Sommerfest, über das Verwalten von Geldern bis hin zur Interessensvertretung zum Beispiel, findet jede*r einen geeigneten Engagementbereich. Neben dem Sport ist Bildung schließlich das zweitgrößte Engagementfeld bundesweit.

Erleben Sie durch die Corona-Zeit eine Veränderung, also kommen Eltern, Erzieher und Lehrer vielleicht wieder mehr ins Gespräch?

Diese Rückmeldung bekommen wir in der Tat in letzter Zeit häufig. Dadurch, dass Sitzungen der Fördervereine in Teilen inzwischen digital abgehalten werden, ist es für viele leichter daran teilzunehmen. Erzieher*innen und Lehrkräfte waren mit großen Teilen der Eltern in regelmäßigem Kontakt. Aber auch hier erleben wir, dass der Kontakt zu Familien mit geringeren Teilhabechancen oftmals weniger wurde.

Herr Schmidt, es ist schwierig in dieser Zeit in nahe Zukunft zu blicken, aber wie schätzen Sie die Folgen ein? Wird es durch die Pandemie in Kitas und Schulen bleibende Veränderungen geben?

Da bin ich mir ganz sicher. Positiv hat sich die Pandemie oftmals auf die Digitalisierung ausgewirkt. Negative Folgen hat Corona vor allem jedoch für diejenigen, die bereits davor geringere Teilhabechancen hatten. Da gilt es nun gegenzusteuern, zum Beispiel mit Projekten im Rahmen der Chancenpatenschaften: Gleichaltrige Kinder oder Jugendliche mit unterschiedlichen Teilhabechancen bilden sogenannte Tandems. Gemeinsam stärken sie sich in ihrer Freizeit, gärtnern gemeinsam oder bilden Arbeitsgemeinschaften – wofür sie die Fördermittel verwenden möchten, steht ihnen in Absprache mit dem jeweiligen Förderverein frei.

Vielen Dank an Aaron Schmidt vom Landesverband der Kita- und Schulfördervereine Berlin-Brandenburg e.V.

Hier finden weitere Informationen zur Veranstaltung „Spicken vor Ort“

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