Mehr Eigenvorsorge gegen Hochwasser- oder  Sturmschäden: Gemeinden können nicht immer helfen

Die Auswertungen der Wetterexperten zeigen, dass Starkregen und heftige Stürme immer häufiger auftreten und damit gibt es auch mehr Schäden. Was früher die Ausnahme war, wird fast schon zum Regelfall. Wie alle Bundesländer fordert auch Brandenburg mehr Eigenschutz der Bewohner und einen ausreichenden eigenen Versicherungsschutz. Das gelte auch für die Gemeinden des Amtes Oder-Welse, so Amtsdirektor Detlef Krause. Es sei unzulässig, dass Gemeinden privatrechtliche Verpflichtungen übernehmen

In den Gemeinden des Amtes Oder-Welse kam es immer wieder nach Starkregen zu solchen Forderungen. Besonders an abschüssigen Geländen zum Beispiel in Wendemark, Schönow und Berkholz-Meyenburg fließt bei Starkregenereignissen mehr Niederschlagswasser von angrenzenden Flächen als durch die vorhandenen Entwässerungen aufgenommen, beziehungsweise abgeleitet werden kann. Bauliche Veränderungen, wie zum Beispiel das Absenken wasserführender Bordanlagen, die teilweise unerlaubt durch die Grundstückseigentümer selbst vorgenommen werden, um Zufahrten oder ähnliches zu errichten, verschlimmern dann die Situation. An diesen Stellen tritt das Wasser ungehindert auf die Grundstücke und flutet dann gegebenenfalls auch Keller. Die Gemeinden sind nicht in der Pflicht, weil Gebäude bereits beim Bau auf solche Situationen vorbereitet sein müssten. Anwohner sollten sich selbst gegen Extremwetterlagen versichern oder als Schutz und Vorsorge entsprechende bauliche Veränderungen vornehmen lassen. 

Da davon auszugehen ist, dass Schäden durch Unwetter aufgrund des Klimawandels weiter zunehmen und damit die öffentlichen Haushalte stark belasten könnten, haben die Bundesländer die Pflicht zu mehr zumutbarer Eigenvorsorge beschlossen. Sie fordern vom Bund eine großangelegte Kampagne für einen ausreichenden Versicherungsschutz, bessere Hochwasserprävention und Umbauten an Häusern in sogenannten Risikogebieten. Das betrifft zunächst nur Privathaushalte, für Gewerbe- oder Landwirtschaftsbetriebe gelten andere Regelungen.

Nach Informationen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) haben im vergangenen Jahr Extremwetterlagen in Brandenburg Schäden in Höhe von 34 Millionen Euro verursacht. Die meisten Hausbesitzer hätten Versicherungen, die nur bei Schäden durch Sturm und Hagel gelten, in den wenigsten Fällen wären sie auch gegen Starkregen und Hochwasser abgesichert.

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