Unhaltbare Zustände im Feuerwehrgerätehaus in Flemsdorf

Bereits seit Jahren steht die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Schöneberg im Fokus des Amtes Oder-Welse. Mehrfach hat Amtsdirektor Krause in den Gemeindevertretungen auf den Handlungsbedarf in der Feuerwehr Flemsdorf hingewiesen und die Gemeindevertreter aufgefordert dem gerecht zu werden. Lediglich der Ortsteil Flemsdorf hatte noch einige Kameraden für eine Ortswehr, eine Nachwuchsarbeit fand nicht statt. Vertreter von Gemeinde und Feuerwehr begründeten das vor allem mit maroder Technik und einem nicht einsatzbereiten Löschfahrzeug. Die Realität sieht offenbar anders aus. 

Als Träger des Brandschutzes der amtsangehörigen Feuerwehren führte Amtswehrführer Oliver Markwart eine Überprüfung des Feuerwehrgerätehauses in Flemsdorf durch. Dort zeigte sich, dass die Probleme nicht an der Technik, sondern wohl eher beim Personal liegen. Das Gerätehaus war voller Gerümpel und Sperrmüll.

Bei einer weiteren Überprüfung durch Kameraden der Wehrführung (am Tage nach der Gemeindevertretersitzung) hat sich der Zustand in keiner Weise verbessert. Die einzig positive Überraschung dabei: Das Löschfahrzeug war doch einsatzbereit, also anders als von Gemeinde und örtlicher Feuerwehr beschrieben.

Feuerwehrgerätehaus Flemsdorf: Das Einsatzfahrzeug ist von einem Firmenfahrzeug zugeparkt – bei einem Notfall kann das wichtige Zeit kosten.

Bei einer weiteren unangekündigten Begehung nach Feierabend, gemeinsam mit Amtsdirektor Detlef Krause, wurden weitere Vergehen festgestellt. So war das Einsatzfahrzeug so dicht an einer Seitenwand abgestellt, dass ein ungehinderter Zugang im Alarmierungsfall nur eingeschränkt möglich gewesen wäre. Den übrigen Platz nahm ein Firmentransporter ein, der offensichtlich gerade von einem Kameraden der Ortswehr Flemsdorf repariert wurde.

Der ausgelöste Testalarm habe den Freizeit-Mechaniker wenig gestört, er reagierte erst gar nicht, so Amtsdirektor Krause. Dazu fanden sich lediglich zwei weitere Kameraden im Feuerwehrgerätehaus ein. Bei der Kontrolle des Dienstbuches stellte sich heraus, dass es nur bis zum Jahr 2015 geführt worden war. Nachweise über Ausbildungen, Dienste oder Einsätze fehlten seitdem. Auch in einem ab 2018 zu führenden Dienstbuch fanden sich nur unsachgemäße Eintragungen, die keinen Schluss auf vorgeschriebene Ausbildung oder Dienste zuließ. Der Amtsdirektor ordnete daraufhin eine Räumung des Feuerwehrgerätehauses an. Das dort abgestellte Traditionsfahrzeug der Feuerwehr wurde nach Pinnow transportiert, da es bereits Öl verlor.

Als Konsequenz löste schon im Dezember der Amtswehrführer die Ortswehr Flemsdorf auf und gliederte die örtlichen Kameraden der Ortswehr Pinnow an. Zuständig für die Ausbildung ist daher der Ortswehrführer der Gemeinde Pinnow, der für die vollständige Ausbildung sorgt. 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.