Denkmale in Pinnow

Pinnow liegt zwischen den uckermärkischen Städten Schwedt/Oder und Angermünde. Die Landschaft wird geprägt durch kuppige Hügel und zahlreiche Kleingewässer, von denen der südlich gelegene Felchowsee unter Naturschutz steht. 

Östlich vom alten Ortskern gelegen befindet sich der Haussee und weiter südlich der zweigeteilte Hauptmannsee. Das ehemalige östlich gelegene Waldgebiet, die “Pinnowsche Heide“ wurde bebaut und gehört heute zum Industrie- und Gewerbegebiet Pinnow. 1992 wurde Pinnow zum Verwaltungssitz des damals neu gegründeten Amtes Oder-Welse bestimmt. Die Bevölkerung stieg und 2014 hatte Pinnow schon 877 Einwohner.

Dorfkirche:  Die Kirche des Dorfes liegt im Ortszentrum und ist umgeben von einer alten Feldsteinmauer.  Die Entstehung liegt weit bis ins beginnende 14. Jh. zurück. Der Stil der Erbauung hat überwiegend gotische Merkmale. Der Bau der Kirche wurde mit durchgehenden Steinschichten für Schiff und Turmunterbau vollzogen. Andere besondere Elemente wie Portale und Blenden wurden mit Backstein gebaut. Typisch für den Baustil dieser Zeit ist das sehr dicke Ziegelformat. Ebenfalls ins Spätmittelalter gehört der Südanbau. Wahrscheinlich wurde er als Vorhalle, Kapelle, Aufbewahrungsraum oder Loge genutzt. Währen des Dreißigjährigen Krieges wurde die Kirche ausgeraubt und musste danach erst wieder hergestellt werden. Für den dreifach gestuften Turmaufbau ist das Entstehungsjahr 1736 zu verzeichnen. Währenddessen die Wetterfahne die Jahreszahl 1706 trug. Die Turmhöhe betrug 37,5 m und die Pinnower Kirche war damit zu dieser Zeit das höchste Bauwerk.  Den zweiten Weltkrieg überstand die Kirche fast schadenlos.  

Kirche in Pinnow
Kirche in Pinnow

Das Kircheninnere wurde 1953-54 renoviert und zeitgleich die Fenster erneuert. 1955 verursachte ein Blitzeinschlag im Turm ein Feuer und durch den Neuaufbau verlor die Kirche nicht nur ein bemerkenswertes Bauteil, sondern Pinnow auch sein Wahrzeichen. Nach dem schlichten Turmaufbau aus Ziegelmauerwerk folgten die Eindeckung eines neuen Daches und abschließend dann die Innenrenovierung. 

Die Kirche ist mit einem Orgelaltar, einer Kanzel, einer Taufe,  ausgestattet. 

Kirche in Pinnow
Kirche in Pinnow

Gutsanlage (Gutshof 1-9): Die Gutsanlage befindet sich östlich der Dorfstraße und war lange im Besitz der Familie von Diringshofen. Unter ihrer Herrschaft dehnte sich die Anlage im 18. und 19 Jh. aus und durch einen Brand verlor sie 1818 vier Gebäude. Erst Ende des 19 Jh. verdoppelte sich der Gutshof wieder durch Besitzerwechsel und die Eröffnung eines Bahnhofs. Kurz nach dem zweiten Weltkrieg wurde die gesamte Südliche Hälfte der Anlage abgetragen, um Neubauhäuser mit dem gewonnen Baumaterial errichten zu können. Der verbliebene nördliche Teil wurde zu einer Zentralschule 1947 umfunktioniert.  Die restlichen Wirtschaftsgebäude wurden zu DDR-Zeiten von der LPG genutzt. Später übernahm dann die Gemeinde den Gutshof und nutzte ihn nach Umbau für wirtschaftliche Zwecke. 

Ehemalige Brennerei
Speicher im Gutshof

Die Anlage befindet sich langgestreckt parallel zur Dorfstraße. Das zweigeschossige Herrenhaus befindet sich etwas abseits im Süden der östlichen Hofseite und ist der Verwaltungssitz des Amtes Oder-Welse. Die Fassade wurde nach 1990 in vereinfachter Gliederung erneuert und das Innere modernisiert.  Die Wirtschaftsräume des Guts wurden zwischen 1850 und 1900 als Ziegel-Fachwerk oder als reine Ziegelbauten errichtet. Am Anfang der Gebäudereihe im Osten befindet sich die Stallanlage, welche jetzt als Verwaltungssitz und Seniorensitz genutzt wird. Weiter aneinandergrenzend befinden sich ein weiteres Stallgebäude, die ehemalige Brennerei und ein stattlicher Speicher, in dem sich heute ein landwirtschaftliches Museum befindet. 

An der Westseite des Gutshofs stehen aneinandergereiht, ein Pferdestall, ein Kuhstall und eine große Scheune, die alle im gleichen Baustil erbaut worden sind. 

Raketensammlung

Industrie- und Gewerbezentrum :  

Raketensammlung: Diese befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Instandsetzungswerks Pinnow.  Hier wurden 1986 auch Panzerabwehrraketen produziert. Etwa 1.600,00 Mitarbeiter waren zu der Zeit beschäftigt. Bis 1990 war das Gelände unter Kontrolle und wurde bewacht. Es verfügte über modernste Produktionsanlagen. Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde die Produktion eingestellt und 1991 übernahm die Firma Buck INPAR GmbH den Standort.  Die nachfolgenden Jahre wurde der die stationierten Raketensysteme auf ostdeutschem Gebiet demontiert und entsorgt.  Vor der Entsorgung wurde je ein Exemplar eines Raketentyps für Dokumentations- und Anschauungszwecken sichergestellt. 

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