Brücke in Stützkow wird eingeschränkt geöffnet –  regelmässige Prüfungen sollen Sicherheit gewährleisten

 

Noch in dieser Woche soll die Brücke in Stützkow eingeschränkt für Fussgänger und Radfahrer geöffnet werden. Damit die Brücke nicht zu sehr belastet wird, soll vorübergehend ein Bauzaun die Breite auf zwei Meter reduzieren. Marode Belagsbohlen und lose Schraubbefestigungen sollen vorher ausgetauscht werden. Die bereits beteiligten Ingenieurbüros werden regelmässig Kontrollen vornehmen und das Bauwerk überwachen. Im Oktober wird die vorgeschriebene Hauptprüfung und eine Belastungsprobe durchgeführt,  beides nach vorgeschriebenen Regeln. Im November wird es eine abschließende Beurteilung der Stand- und Verkehrssicherheit durch die beteiligten Bauwerksprüfer geben, die dann auch mögliche notwendige Maßnahmen für die kommenden zwei Jahre zur Instandsetzung der Brücke benennen werden. 

Am Dienstagabend hat die Gemeindevertreterversammlung diesem Verfahren zugestimmt, allerdings erst nach langer Diskussion. Die Vertreter aus Schöneberg zweifelten erneut an der Beurteilung des Zustandes der Brücke und sprachen sich anfänglich gegen das vorgeschlagene Gesamtpaket für kurzfristige Instandsetzungsmaßnahmen und anschließender Kontrollen und Prüfungen aus, welche zur Wiederöffnung der Brücke notwendig sind. Aus Schöneberg war es auch zu Protest gegen die vorübergehende Sperrung gekommen. 

Sowohl die Landrätin des Landkreises Uckermark, als zuständige Aufsichtsbehörde, als auch ein juristisches Gutachten haben kürzlich die Sperrung der Brücke als richtig und notwendig bewertet. Eine Bauwerksprüfung hatte bereits im Oktober 2018 für die Brücke keine Verkehrssicherheit mehr garantiert. Ein Ignorieren dieser Sicherheitsbedenken sei nicht nur fahrlässig, es hätte auch strafrechtliche Folgen für die verantwortlichen Amtsträger, so das Gutachten. Die Sperrung sei durch einen jahrelangen Sanierungsrückstau entstanden, verursacht durch die zuständige Gemeinde Schöneberg.

Amtsdirektor Detlef Krause      

Amtsdirektor Detlef Krause wird erneut darin bestätigt, dass die vorübergehende Sperrung der Brücke richtig war. Es gehe hier um die Sicherheit der Menschen, die diese Brücke nutzen und wenn diese Sicherheit von Fachleuten angezweifelt wird, dann muss gehandelt werden, so Krause. 

Herr Krause, ist nach der Entscheidung in der Gemeindevertreterversammlung der Streit um die Brücke beendet?

Beendet ist für mich dieses Thema erst, wenn die Brücke in Stützkow wieder in einem sicheren Zustand ist und es keine Beanstandungen der Fachleute mehr gibt. So lange tragen die Gemeindevertreter und ich Verantwortung dafür, dass nichts passiert. Ich verstehe die Vertreter der Gemeinde Schöneberg nicht, die sich darüber offensichtlich keinerlei Gedanken machen.

Nach Bewertung eines juristischen Gutachtens war die Sperrung der Brücke richtig und wichtig. Hätte sie überhaupt vermieden werden können?

Die Sperrung der Brücke in Stützkow ist das Ergebnis einer verfehlten Gemeindepolitik in Schöneberg. In den vergangenen Jahren wurden dort notwendige Maßnahmen zur Instandhaltung und weitere notwendige Untersuchungen blockiert. Hätte sich Schöneberg, wie mehrfach vorgeschlagen, um die Brücke gekümmert, hätte die jetzige Situation vermieden werden können. 

Hat das Konsequenzen für die verantwortlichen Gemeindevertreter in Schöneberg?

Für die Sicherheit sind alle Beteiligten auch persönlich verantwortlich. Ich halte es für fahrlässig, wenn gegen den Rat von Fachleuten eine Öffnung der Brücke gefordert wird. 

Die Brücke ist eine Verbindung in den Nationalpark Unteres Odertal und ist mit fast 20 Jahren noch kein altes Bauwerk, warum die Schäden? 

Die Brücke in Stützkow war bei ihrem Bau für einen Zeitraum von zehn bis fünfzehn Jahre geplant, bis klar ist, ob und wie die Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße ausgebaut wird. Diese Brücke war immer nur als Übergangslösung für wenige Jahre geplant und gebaut. Die Holzbrücke ist eine relativ preiswerte Lösung, die nur einige Jahre halten sollte.

Die Auseinandersetzung um die Sperrung der Brücke in Stützkow wurde sehr emotional geführt und es kam zu heftigen persönlichen Angriffen, wie sehr hat Sie das getroffen?

Für mich stand immer die Sicherheit der Brücke und damit der Menschen, die sie über- und unterqueren an erster Stelle. Die Angriffe aus Schöneberg und auch das Vorgehen des Leiters des Nationalparks Unteres Odertal ist für mich ein Zeichen, auf welch niedriges Niveau politische Auseinandersetzungen abrutschen können. Da wird Empörung geäußert und mit dem Finger auf andere gezeigt, um vom eigenen Versagen abzulenken. Erstaunlich finde ich dabei, dass sich selbst politische Vertreter auf Landesebene in diese würdelosen Spielchen einspannen lassen und damit dazu beitragen Vorbehalte gegen rechtsstaatliches Verwaltungshandeln von Staatsorganen zu wecken und sich anschließend darüber wundern, dass die Wahlergebnisse so sind wie sie sind.

Vielen Dank, Herr Krause. 

 

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